Glasharfe
1982 (open)
Electroinstrumental music
For harp solo, Tölzer gabel, scale, glass percussion, electronics and 8 magnetic fields
In meiner Komposition ‘Glasharfe’ geht es um das Thema Saiten. Ich stelle nicht nur die primär akustischen Merkmale der Saite, z.B. Obertonreihen, Amplitudenverhältnisse, vor, sondern bediene mich auch verschiedener Spieltechniken. Die Verwendung des Instrumentariums bei “Glasharfe” präsentiert drei Kulturidiome. Die ‘Tonleiter’ und ‘Tölzer Gabel’, die von dem bildenden Künstler Thomas Rother gebaut wurden, sind Naturinstrumente, ohne mechanische Materialien gebaut. Eine Rückbesinnung zum Naturton, zum Ursprung der Musik liegt nahe. Die Harfe, ein Instrument des Rokoko, verkörpert die Welt des Hofs, der Aristokratie. Sie ist im konventionellen Orchesterapparat etabliert.
Der Computer, die Maschine versinnbildlicht unser jetziges technisches Zeitalter, die Zeit automatischer Prozesse und logischem Denkens. In meiner Komposition habe ich versucht, diese drei Welten sowie notationstechnisch wie inhaltlich zu interpretieren. Sie schließen sich in ‘Glasharfe’ nicht aus oder bekämpfen sich. Sie stehen sich gegenüber im Spannungsfeld des Klangs.
Die Glasharfe Gruppe:
v.l.n.r. Paul Godschalk, Gyde Kamer-Knebusch, Michael Fahres, Michael Jüllich


