Coimbra 4

Soundscape recorded in the Portugese city Coimbra

2004 (16′)

Close yet far away

Die portugiesische Stadt Coimbra produzierte gemeinsam mit dem kanadischen Komponisten R.Murray Schafer am 4. Oktober 2003 das Klangspektakel „Coimbra Vibra!“. Dieses einmalige Ereignis, das mehrere Monate Vorbereitungszeit benötigte, erforderte 1700 Musiker/Klangmacher, die in der ganzen Stadt auftraten.
Ich selbst nahm nicht teil an diesem Festival. Ich machte dort keine Tonaufnahmen, mit denen ich später „Coimbra 4“ konstruierte. Ich erhielt die Tonbänder von meinen Kollegen Hans Ullrich Werner und Michael Rüsenberg, die sie während des Festivals aufnahmen. Somit war Coimbra 4′ eine Komposition, die ich ohne die Referenz visueller Impressionen dieses Freiluftkonzertes komponierte. Frei von jeglicher visueller Information, die vielleicht meine musikalische Assoziationen hätte benebeln können, kreierte ich eine Phantasieklanglandschaft, die ich nicht immer definieren konnte. Coimbra’s Geophonie war auf eine nicht lokalspezifische Klangkarte projektiert. Dies hatte überhaupt nichts mehr mit Portugal zu tun. Sollte es eine geographische Verbindung geben, dann war es meine Umgebung in Utrecht, die mich beeinflusste.
Die unbearbeiteten, rohen Klänge von „Coimbra Vibra!“ interessierten mich. Manchmal waren es die unvermittelten zufälligen Ereignisse, z.B. ein Kind schreit, oder die mit voller Brust und Melancholie vorgetragenen Chorwerke. Ich wurde von Klang zu Klang in eine andere neue virtuelle Welt getrieben, ein soundblur mit vielen Farbnuancen.
Das Gewesene vereint mit dem Zukünftigen floss in ein traumähnliches Gefilde.

Coimbra 4, Mundi Theatre

2004/2006 (7′ o5′′)

Für die CD-Produktion The tubes des Labels Cold Blue erstellte ich aus dem musikalischen Material von Coimbra 4″ die verkürzte Version Coimbra 4, Mundi, Theatre.

© Copyright - Michael Fahres