Piano
2008 (open)
Elektroakustische Musik für Klavier solo, Elektronik und Magnetfelder
Bei meiner Komposition ‘Piano’ handelt es sich um ökologische Musik, d.h. die Komposition zeigt Beziehungen des Pianoklanges (Mikrostrukturen) zu der endlichen musikalischen Form auf. Der Pianoklang, ein primäres akustisches Merkmal, enthält eine Reihe von Informationen, z.B. Obertonreihe, Amplitudenverhältnisse, die mit zu Hilfenahme der Elektronik hörbar gemacht werden, um die musikalische Form (Makrosstruktur) des Stückes zu bestimmen.
Die Komposition befasst sich mit der tiefen Saite ‘h’. Durch Anlegen eines magnetischen Feldes (Spule) an diese Saite werden durch Resonanz die Obertöne der Saite hörbar, die nicht temperiert gestimmt sind. Durch eine sogenannte freiwillige Resonanz des primären Schallabstrahlers (Saite ‘h’) können auch andere Saiten des Pianos, sekundäre Schallabstrahler (Seite 4, 1, temperiert gestimmt), in Schwingung versetzt werden. Diese beiden Formen von Resonanzen werden dem Hörer mit der Komposition ‘Piano’ aufgezeigt. Der Komponist hat die Rolle des Übersetzers, der dem Zuhörer die akustischen Merkmale des Klavierklangs präsentiert und verdeutlicht.


